Freitagsfrage: Was sind unsere Lieblingsbücher?

Zur heutigen Freitagsfrage stellen wir unsere eigenen Lieblingsbücher vor. Lassen Sie sich inspirieren!

Die Stadt der Träumenden Bücher von Walter MoersDie Stadt der Träumenden Bücher von Walter Moers | PIPER

Ich liebe diese Buch. Es ist für mich ein einfacher Weg zur Flucht aus dem Alltag und verspricht ein Abenteuer, das nie langweilig wird. Auch nach dem fünften Mal ist es noch so unterhaltsam wie zu Beginn. Wer schon einmal etwas von Walter Moers gelesen hat, der sollte mit seiner überbordenden Fantasie schon vertraut sein.

Auf Zamonien – einem fiktiven Kontinent – ist alles möglich: Nicht selten stolpert man über Dimensionslöcher, die nach Gennf riechen, die Spezies Eydeeten verfügt über bis zu 8 Gehirne und Lügenduelle sind riesige Spektakel. Unsere Protagonist ist ein lesender und schreibender Lindwurm namens Hildegunst von Mythenmetz, der von seinem verstorbenen Dichterpaten ein makelloses Manuskript erbt, macht sich auf die Suche nach dessen Autor. Dafür macht er sich auf den Weg nach Buchhaim – die Stadt der Bücher schlechthin – und ist schon bald in gefährliche Intrigen verwickelt…

Über das ganze Buch verteilt sind unzählige Referenzen zu unterschiedlichsten Klassikern und Schriftstellern (Wer könnte wohl Ojahnn Golgo van Fontheweg sein?). Kurzum: die unterhaltsamste Liebeserklärung ans Lesen und an die Literatur überhaupt!

Faust I von Johann Wolfgang von GoetheFaust von Johann Wolfgang Goethe - Buch | Thalia

Vorzustellen brauche ich den Faust wohl kaum. Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass jemand dieses Drama nicht kennen sollte. Trotzdem taucht es vielleicht eher selten in einer Liste von Lieblingsbüchern auf, vielleicht gerade weil es ein klassisches Schulbuch. Meine große Liebe für Faust rührt nicht wirklich vom Inhalt, sondern ist auf die Sprache zurückzuführen. Sie müssen wissen, dass ich jedes Jahr teil unserer Theater AG war und wir im vorletzten Schuljahr Faust aufgeführt haben. Ich kann noch immer große Teile des Dramas rezitieren und blicke mit Freude darauf zurück. Vielleicht spreche ich hier keine direkte Leseempfehlung aus, aber ich empfehle Ihnen, das Stück aufzuführen oder im Theater in einer seiner unzähligen Versionen anzusehen. Sobald das denn wieder möglich ist!

– Wanda

 

Clockwork Angel von Cassandra ClareIntroducing Clockwork Angel & The Mortal Instruments ...

Dieses Buch ist ein Teil der Schattenjäger-Buchreihe von Clare, welche sich mit den Schicksalen verschiedener Dämonenjäger im Laufe der Zeiten befasst. Die Triologie “Chroniken der Schattenjäger” ist ebenfalls teil dieser Buchreihe und beinhaltet Clockwork Angel. Es spielt um 1900 und erzählt die tragische Liebesgeschichte von William Herondale, Tessa Grey und James Carstairs.

Obwohl ich andere Bücher von Cassandra Clare schon vorher gelesen habe, hat mich dieses Buch in den Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Ich glaube ich habe diese Buch bereits sieben Mal gelesen, einfach, weil der Stil des Buches und die Charaktere mir so ungemein sympatisch sind. Die Geschichte ist spannend und mitreißend und dadurch, dass sich gewisse unsterbliche Figuren (wie der flamboyante Hexenmeister Magnus Bane) durch die gesamte Buchreihe ziehen endet die Geschichte der Figuren nicht mit dem Ende von Clockwork Princess, sondern wird wieder aufgegriffen sodass man sich daran zurückerinnern kann.

Skulduggery Pleasant von Derek LandySkulduggery Pleasant (book) | Skulduggery Pleasant Wiki ...

Man kann Derek Landy vieles vorwerfen (beispielsweise, dass er die Filmrechte auf seine Bücher wieder zurückgezogen hat mit der Begründung, die Skripte seien das Schrecklichste, was er je gelesen habe) aber fehlenden Humor und fehlende Fantasie auf keinen Fall. Skulduggery Pleasant wimmelt geradezu von wunderlichen fantasyvollen Gestalten, denen es nie an Witz und Sarkasmus fehlt. Beim wiederholten Lesen dieser Bücher kam es bei mir nicht selten vor, dass ich immer wieder laut auflachen musste.

Skulduggery Pleasant befasst sich mit der Geschichte von Skulduggery Pleasant und Walküre Unruh, die in jedem Buch auf ein Neues die Welt vor dem unvermeidlichen Untergang retten. Und obwohl ich ein absoluter Fan dieses “Heldenkomplexes” bin, den viele der Figuren entwickeln und ich auch die Handlung der Geschichte jedes mal wieder liebe, so ist trotzdem mein Lieblingsaspekt in den Büchern die unverbesserlichen Dialoge und Interaktionen zwischen den Hauptfiguren Skulduggery und Walküre.

-Lisa

 

“Wer die Nachtigall stört” von Harper LeeWer die Nachtigall stört ... Buch bei Weltbild.de bestellen

Oder vielleicht noch besser bekannt unter dem englischen Originaltitel “To kill a mockingbird”. Ein Referat in der Oberstufe über einen Klassiker der US-Literatur – so fangen eigentlich keine Liebesgeschichten an. Dieses Buch allerdings ist mir sehr ans Herz gewachsen. Es erzählt die Coming-of-Age Geschichte der jungen Scout, deren Leben in einer Kleinstadt im Süden der USA zur Zeit der Great Depression beginnt. Vorurteile, Rassen- und Klassenunterschiede, Gewalt und vor allem die Frage nach Gerechtigkeit – all das sind die großen Themen, die diesen Klassiker ausmachen. Erzählt aus einer unschuldigen, kindlich leichten Perspektive auf diese Probleme, nimmt diese Geschichte einen an die Hand, man durchlebt die Zweifel des Älterwerden, man ist gefangen in dieser historisch hochbrisanten Zeit, man leidet mit, freut sich mit, klagt mit an.

“Schöner als überall” von Kristin HöllerSchöner als überall von Kristin Höller portofrei bei ...

Ein Buch zum Inhalieren – zumindest ging es mir so, als ich diesen Debütroman zum ersten Mal gelesen habe…an einem Nachmittag weggeatmet. Über das Erwachsenwerden, den gelegentlichen Hass auf die Provinz, Fluchtgedanken und schließlich heimatliche Wiedersehen, eine Versöhnung mit der Herkunft. Kristin Höller findet für diese Themen eine unglaublich treffende Sprache, emotional, verspielt, fein, und trifft damit einen Ton, der nicht nur die anspricht, die ihre Themen persönlich beschäftigen, sondern eine universale Leseransprache.
Ich habe mich wiederentdeckt in Ihren Zeilen und das nicht immer auf positive Art und Weise, vielmehr schmerzlich. Das macht aber nichts, denn “Schöner als überall” ist heilsam und hilft gerade dann, wenn man selbst manchmal gern ausbrechen würde. Dann fangen Kristin Höllers Fenchelfelder und die kahlen Bahnsteige der Provinzbahnhöfe einen auf.

– Charlotte

DEr Heimweg - Sebastian Fitzek

Ein Buch, welches derzeit in vieler Munde ist… und das absolut gerechtfertigt! Ich persönlich muss mich hier als starke Vertreterin der Psychothriller (schon immer ganz der Schrecken der Oma) aussprechen und Fitzeks Name ist nicht umsonst so bekannt. Dennoch ist es (zumindest bei mir) sehr selten, dass sich ein neues Buch sogleich in der Liste der Lieblingsbücher wiederfindet und im Bücherregal ganz oben einsortiert wird, dieses Werk hat mich aber sofort in seinen Bann gerissen, thematisch, sprachlich und definitiv auch mit seinem Spannungsfaktor. Verzweiflung, Vertrauen in Fremde, Charaktere mit den ausgetüfteltsten Hintergrundgeschichten, von denen man immer wieder glaubt, sie erkannt zu haben. “Wer das Datum seines Todes kennt, hat mit dem Sterben schon begonnen…”, diese Worte schweben förmlich über einem beim Lesen. Bevor man jedoch damit beginnt, muss ich eine Warnung aussprechen: Einmal in die Hand genommen kommt man zu nichts anderem mehr, bis man es wahrhaftig verschlungen hat und dabei mindestens tausendmal mit seiner Einschätzung der Charaktere auf die Nase gefallen ist…

Dear Evan Hansen - Der Roman zum Erfolgsmusical von Val Emmich, Steven Levenson, Benj Pasek und Justin PAul

In der Buchhandlung gesehen, gekauft und in eine emotionale Achterbahn geraten. Die Geschichte eines jungen Teenagers, geprägt von sozialen Ängsten, der sich fragt, ob er jemals vom Rande der Gesellschaft wegkommen wird (“always from the outside looking in”). In seiner Geschichte kommen Charaktere vor, die vermutlich jeder aus seinem alltäglichen Leben kennt, die mal mehr, mal weniger, Einfluss haben. Das Gefühl von Zugehörigkeit und Liebe, umrandet von dem großen Dilemma, es aus einer Lüge heraus zu erfahren, die den Selbstmord eines Mitschülers behandelt, den er kaum kannte. Das Zitat auf dem Cover sagt eigentlich schon alles “for anyone who´s ever needed to be found”. Ich kann es selber kaum in Worte fassen, was dieses Buch mit einem als Leser macht. Das Einzige, das mit wirklich einfällt, wenn ich an das Lesegefühl denke, ist das reine sich verstanden fühlen und ich kann es jedem nur ans Herz legen. (Ganz persönlich tendiere ich selbst sogar zu der englischen Fassung, da diese in ihrem Sprachstil bei diesem Buch tiefgründiger wirkt, das ist jedoch rein subjektiv…)

-Nina

 

(Charlotte Florack, Nina Hegele, Lisa Weiß und Wanda Ruetz)

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