Ein Abend für 99 und im www: Wort, Klänge, Improvisation

 

Die feierliche Eröffnung der 37. Baden-Württembergischen Literaturtagen beinhaltete tatsächlich alle drei: Worte, Klänge und Improvisation. Unter der Moderation von Dr. Maximilan Eiden, Leiter des Kulturbetrieb Ravensburg, erfuhren die geladenen Gäste…

… was Leutkirchs Oberbürgermeister Henle am schönsten an den BWLT findet, nämlich die enge Zusammenarbeit mit Wangen und Isny.

… warum der Referatsleiter Andreas Schüle denkt, dass die BWLT eine Art „Wanderzirkus“ sind: „Damit Leute wie ich auch mal nach Leutkirch kommen“ und damit die BWLT immer wieder neu erfunden werden können.

…und warum der Landtagsabgeordnete Raimund Haser weiterlesen will: „Weil noch ziemlich viel Platz in meinem Kopf für mehr ist.”

Die Klänge der Käsedreieck Percussion begleiteten den Abend musikalisch. Das junge Trio sorgte sowohl mit sanften, inspirierenden Melodien als auch mit „Funky Blues“ für genau die richtige Stimmung und eine faszinierende musikalische Darbietung. Besonders die Pandemie-Version von „Für Elise“ war, wie der Moderator erwähnte „anders schön“. Diese Version enthielt nicht ganz die erwarteten Klänge von „Für Elise“, war aber dennoch nah genug an der wohlbekannten Melodie. Erkennbar, wunderschön, aber eben ganz anders. Für ihre wunderbaren Darbietungen im Laufe des Abends ernteten die drei Musiker berechtigten Applaus.

Natürlich wurde auch das Thema angesprochen, welches uns alle in letzter Zeit beschäftigt: Der Umgang mit der Corona-Pandemie. Die Corona-Maßnahmen waren auch an diesem Abend allgegenwärtig, von der Begrenzung der Teilnehmerzahl auf 99 bis hin zum Abstand der Stühle im Publikum. Allerdings konnten trotz der begrenzten Teilnehmerzahl eine unbegrenzte Menge an Zuschauern diesen Abend miterleben, da er live im Internet übertragen wurde. Es war also klar: Kunst und Kultur müssen stattfinden, denn das ist es, was das Leben so lebenswert macht. Kunst geht auch mit Abstand!

Und auch das Motto der BWLT wurde oft erwähnt, da es, gerade in der heutigen Zeit große Bedeutung trägt:

Weiterlesen… trotz Netflix und Zeitmangel

Weiterlesen… trotz Corona

Weiterlesen … bedeutet weiterzumachen, nicht aufzugeben

Weiterlesen … um ins Detail zu gehen

Weiterlesen… um sich der Komplexität schwerer Bücher zu stellen

Auch an guter Stimmung und lautem Gelächter mangelte es dem Abend nicht, denn das Harlekin-Theater Tübingen sorgte mit Witz, Grips und Charme für eine ausgelassene Stimmung. Im Handumdrehen verwandelten sie die Bühne in ein Musical und eine Wagner Oper, bauten moderne Poesie in ein Beziehungsgespräch auf dem Schwarzen Grat ein und ergänzten ein Shakespear‘sches Stück mit Sätzen aus den Reden der Anwesenden. Außerdem muss ich zugeben, dass ich über das Buchinterview mit einer Gebärdensprachdolmetscherin Tränen gelacht habe.

Eines ging ganz klar aus diesem Abend hervor: Wir alle wünschen den Literaturtagen einen guten Verlauf und freuen uns schon sehr auf die ganzen Veranstaltungen!

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